Ein Jahr in Rom – als Italienisch Studentin und Mitbürgerin
Ich gehöre zu den glücklichen Personen, denen die Chance gegeben wurde ein Jahr im Ausland zu leben. Rom als mein Ziel, mit dem Bedürfnis, einmal in der Stadt zu leben, die man sonst nur als Tourist bestaunen darf. Nicht etwa als Gast, sondern als sprachkundiger Mitbürger, der einen Blick hinter die Kulissen wirft.
Torre di Babele, eine Sprachschule wie sie schöner nicht sein könnte… Eine alte italienische Villa in einer typisch italienischen Strasse in der sich Schüler aus aller Welt begegnen. Nicht nur jedes deutsche Bundesland war hier schon durch ein ehrenswertes Mitglied vertreten. Menschen aller Nationen in jedem Alter mit den verschiedensten Motiven begegnen sich hier. Alle mit dem Ziel italienisch zu sprechen. Animiert von der warmherzigen Atmosphäre und der persönlichen Ansprache, hat mir das Erlernen der Sprache hier großen Spaß gemacht.
Natürlich bedarf es immer einer bestimmten Zeit sich einzuleben und sich der Sprache in gewohnter Form zu bedienen. Eine der wichtigsten Voraussetzungen für diesen Szenenwechsel ist wie fast immer die innere Einstellung. Für Menschen die aufnahmebereit, neugierig und weltoffen sind, ist es eine bereichernde Erfahrung.
Für meine Sprachentwicklung musste ich mich integrieren. Hierbei waren mir meine römischen Wegbegleiter die größte Hilfe. Mein Bemühen ihre Sprache zu erlernen, belohnen sie mit freundlicher Zuwendung und der nötigen verbalen Unterstützung den Satz oder das was ich zu sagen versuche so authentisch wie möglich zu kommunizieren… Überhaupt wird zu jeder Gelegenheit gegrüßt, gelacht, gequatscht, gestritten, versöhnt und liebevoll verschaukelt. Alles begleitet von ihrem unverkennbar humorvollen Charme. So lernt man italienisch sprichwörtlich im Spaziergang.
Nach vier Monaten Sprachtraining habe ich ein Praktikum in einem Kunsthandel in einer Seitenstrasse der Piazza Navona begonnen. Eine Kunstgalerie und gleichzeitig eine Welt für sich mit ihrer ganz eigenen gesellschaftlichen Infrastruktur. Eine Mischung aus charmanten Gestalten, Skurrilitäten und dem berühmten Flair der Verhandlungsbasis. Für mich eine interkulturelle Basis und Improvisationstheater zugleich. Eine zu 100% lohnenswerte Erfahrung.

